Meine Winterreise
» Vita - meine Lebensgeschichte in Kurzform - Die 70ger Jahre

Die 70ger Jahre

  • 1974 Scheidung meiner Eltern und wenig später nach dem Umzug zurück nach Bretten erste emotionale Bindung an einen Mann
  • 1975
  • - erster Suizidversuch
  • - Umzug in eine Pflegefamilie
  • - Umzug zu meinen Paten
  • - Beginn eines Praktikum in einem Alten- und Pflegeheim
  • 1977 musste ich von meinen Paten ausziehen; bekam bis zur Volljährigkeit einen Amtsvormund und lebte in einem möblierten Zimmer bei Verwandten meines Vaters.
  • 1978 Verlassen der Realschule
  • 1979 Beginn meiner Ausbildung in Krankenpflegehilfe in Sinsheim
mit 15 mit 16 mit 17


In dem kleinen Dorf Sulzfeld hatte ich zunächst keinen Anschluss und zu meinen Klassenkameraden nur wenig Kontakt. Es zog mich damals zu Menschen, die Kleintiere, wie Kaninchen und Rassegeflügel züchten und hatte meine ersten Zwergkaninchen und drei Zwerghühner. Meine Eltern duldeten dies damals und diese Tiere waren mein Lebensinhalt für mich. Kinderstunden, die ich gewohnt war, gab es hier nicht.

Mein Bruder und ich verbrachten die meiste Zeit auf der Straße; ich war meistens bei meinen Tieren.

Bis 1974 hatte ich elf Mal die Arme gebrochen;

Nach der Scheidung meiner Eltern und dem erneuten Umzug nach Bretten 1974, hatte ich viele Kontakte zu Männern, die bis auf eine Ausnahme, niemals gewalttätig gegen mich waren. Ich erlebte erstes Verliebtsein und dann auch meine erste "große Liebe". Alles aber noch heimlich...und mit schlechtem Gewissen. Die Lehren der Pfingstgemeinden nahm ich damals noch sehr ernst und daher stand ich mit meiner sexuellen Neigung stets in extremen Gewissenskonflikten.

Meine Mutter misshandelte mich 1975 das letzte Mal so sehr, dass das Jugendamt von meinen Lehrern informiert wurde und ich erstmals in eine Pflegfamilie kam. Kurze Zeit danach nahmen mich meine Paten  bei sich auf. Ein erster Suizidversuch mit dem Valium meiner Mutter scheiterte.

1977 hatte ich mein so genanntes Comingout; meine Verwandten konnten damit nicht umgehen versuchten mich auf ihre Art "umzupolen" und warfen mich regelrecht raus, als sie erkennen mussten, dass ihre Versuche keinen Erfolg hatten.

Bei Verwandten meines Vaters, die im selben Ort lebten, bekam ich ein Zimmer; die Miete zahlte das Jugendamt und ich bekam bis zum Ende meiner Schulzeit monatlich 270 DM Unterhaltsgeld ...

Ich ging wieder regelmäßig in eine Pfingstgemeinde und es kam immer zu mehr und schwersten innerlichen Konflikten. Ich meinte noch lange, dass ich gegen meine sexuelle Orientierung ankämpfen muss, damit ich nicht auf ewig verdammt werde (auf ewig von Gott bestraft)...so die Lehre der Pfingstgemeinde. Für manche Mädchen in der Gemeinde war ich wohl attraktiv, ich konnte und wollte aber nicht auf irgendwelche Annäherungsversuche eingehen.

Ich beendete meine schulische Laufbahn - nach der dritten Realschule-  zu den Weihnachtsferien 1978 ohne qualifizierten Abschluss und absolvierte meine erste Ausbildung als Krankenpflegehelfer in einer Psychiatrischen Einrichtung in Sinsheim.

Einen Ausbildlungsplatz zum höher qualifizierten Beruf Krankenpfleger bekam ich wegen meines fehlenden Schulabschlusses nicht.

Den Kontakt zu meiner Mutter hielt ich sehr "locker". Nur selten meldete ich mich bei ihr. Trotz allem Erlebten, hatte ich immer wieder Schuldgefühle ihr gegenüber, die mich noch viele Jahre belastet haben...ich entwickelte unbemerkt eine tiefe Depression und kompensierte diese mit meiner Arbeit in der Pflege...dort fand ich uneingeschränkte Anerkennung.

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