Meine Winterreise
» Winterreise - D 911; Op. 89 von Franz Schubert - Die Lieder 13 - 14 - 15 - 16 - 17 - 18

Nr. 13 Die Post - Liedanfang "Von der Strasse her ein Posthorn klingt"

Originaltonart: Es-Dur - veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext


  



Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich hört ein Posthorn und fühlt sich freudig erregt, ohne zunächst zu wissen, warum. Dann fällt ihm ein, dass die Post aus der Stadt seiner Geliebten kommt, sein Herz möchte umkehren und noch einmal zu ihr gehen.

Musik: Der durchgehend punktierte Rhythmus erinnert an Hufgetrappel von Pferden der Postkutsche (dieselbe Methode verwendete Schubert in seiner Vertonung von Goethes Erlkönig). Das durchgehende Es-Dur erzeugt einen fröhlichen Charakter, was wohl daran liegt, dass das lyrische Ich hier sehr rational denkt (Nun ja, die Post kommt aus der Stadt, wo ich ein liebes Liebchen hatt’). Das wird auch durch die oftmalige Wiederholung der Anrede mein Herz am Ende jedes Satzes ausgedrückt: Der Verstand redet auf die Seele ein. Die unterschwellig schmerzliche Rückerinnerung deutet Schubert nur mit einem Rückgang der Dynamik ins Pianissimo an.



Verschiedene Interprtationen des Liedes (Playliste)



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Nr. 14 Der greise Kopf - Liedanfang "Der Reif hat einen weißen Schein" - veröffentlicht 31.12.1828

Originaltonart: c-moll veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext





Informationen zum Lied

Text: Der Raureif auf dem Kopf gibt dem lyrischen Ich die Illusion von weißen Haaren; er schmilzt aber bald, sodass die Illusion vergeht. Das lyrische Ich klagt darüber, dass es so langsam altert, und wünscht sich den Tod. Gleichzeitig fürchtet es sich vor der Zukunft, denn die Zeit, die es noch zu leben gilt, wird als unerträglich lang empfunden. Das lyrische Ich befindet sich auf dem tiefsten Punkt seiner Depression auf seiner bisherigen Reise.

Musik: Das Klavier hat eine deutliche Begleitrolle; es untermalt den Sänger mit langen Akkorden, übernimmt nur in Zwischenspielen die Melodie. Stellenweise ist das Lied sehr rezitativisch. Bei den Worten wie weit noch bis zur Bahre! tritt die Begleitung deutlich hervor, indem das Klavier eine oktavversetzte Bewegung spielt, die den Text schaurig untermalt. Die Ruhe und Trägheit, die das ganze Lied beherrscht, spiegeln den Todeswunsch des lyrischen Ichs wider.


Verschiedene Interpretationen des Liedes (Playliste)



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Nr. 15 Die Krähe - Liedanfang "Eine Krähe war mit mir aus der Stadt gezogen"

Originaltonart: c-moll - veröffentlicht 31.12.1828

Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext





Informationen zum Lied

Text: Eine Krähe folgt dem lyrischen Ich, seit es die Stadt verlassen hat. Das lyrische Ich glaubt, sie würde es als Beute ansehen, meint zu ihr, sein Leben würde bald zu Ende gehen, und verlangt von ihr Treue bis zum Grabe, was vermutlich eine zynische Anspielung auf die Floskel bis dass der Tod euch scheidet ist. Die Krähe wird fast als Freund angesprochen und ist gleichzeitig ein Symbol des Todes.

Musik: Die Klavierbegleitung ist sehr hoch gesetzt und symbolisiert mit den hohen Sechzehnteltriolen den Flug der Krähe. Das viertaktige Hauptmotiv des Liedes kehrt immer wieder und versinnbildlicht wohl das Kreisen der Krähe um den Kopf des lyrischen Ichs. Ein starker Ausruf erfolgt beim Wort Grabe, da es wieder die Todessehnsucht des lyrischen Ichs verdeutlicht.





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Nr. 16 Letzte Hoffnung - Liedanfang "Hie und da ist an den Bäumen"

Originaltonart: Es-Dur - veröffentlicht 31.12.1828

Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext






Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich treibt ein Gedankenspiel: Es hängt seine Hoffnung an das Blatt eines Baumes, sieht es im Wind zittern und schließlich abfallen. Es sieht alle Hoffnung gestorben und begräbt sie weinend in Gedanken.

Musik: Die Singstimme dieses Liedes hat kein melodisches Eigengewicht, Melodie und Begleitung bilden gemeinsam die Harmonik. Deshalb ist die Harmonie an vielen Stellen schwer greifbar. Erst in Takt 8 wird die Tonika Es-Dur erreicht. Dies spiegelt die Entrücktheit des lyrischen Ichs wider. Das Zittern des Blattes wird durch ein Tremolo ausgedeutet, das Fallen durch eine fallende Bewegung im Bass. Bei den Worten wein’ auf meiner Hoffnung Grab wird das Lied plötzlich harmonisch und homophon. Mit diesem kirchenmusikalischen Charakter wird der Tod der Hoffnung ausgedrückt.





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Nr. 17 Im Dorfe  - "Es bellen die Hunde, es rasseln die Ketten"

Originaltonart: D-Dur - veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext





Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich läuft nachts durch ein Dorf und wird von Hunden angebellt. Es sieht in Gedanken die Menschen von Dingen träumen, die sie nicht haben. Die Träume der Menschen werden als Hoffnung angesehen, das lyrische Ich aber ist am Ende mit allen Träumen, hat also keine Hoffnung mehr.

Musik: Die halbtaktige Begleitung aus Achtelakkorden und Sechzehnteltremoli stellt die bellenden Hunde dar. Der Mittelteil, in dem über die Träumer gesprochen wird, hat eine Begleitung, die sich mehr an die Gesangsstimme schmiegt, aber das monotone, sich immer wiederholende d in der Oberstimme gibt dem Teil einen bitteren Beigeschmack. Der zweitaktige homophone Ausbruch am Schluss (was will ich unter den Schläfern säumen? ) erinnert stark an das Ende des vorigen Liedes: Nach der Hoffnung gibt das lyrische Ich nun auch seine Träume auf.


Verschiedene Interpretationen des Liedes (Playliste)



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Nr. 18 Der stürmische Morgen - "Wie hat der Sturm zerissen"

Originaltonart: d-moll - veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext





Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich spricht hier die Natur an. Es versucht, sie mit seinen fallenden Tränen zu verändern und durch den schmelzenden Schnee, der in das Dorf zurückfließt, einen vagen Kontakt zu seiner Liebsten aufzunehmen.

Musik: Das fast immer gleichbleibende viertaktige Rhythmusostinato im Klavier erinnert durch die Punktierung und das langsame Tempo an einen Trauermarsch. Durch das Forte, das immer wieder spontan aus dem Pianissimo herausbricht, werden emotionale Ausbrüche des lyrischen Ichs verdeutlicht.


Verschiedene Interpretationen des Liedes (Playliste)

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