Meine Winterreise
» Winterreise - D 911; Op. 89 von Franz Schubert - Die Lieder 19 - 20 - 21 - 22 - 23 - 24

Nr. 19 Täuschung - Ein Licht tanzt freundlich vor mir her"

Originaltonart: A-Dur - veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext


  



Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich folgt bei seiner Wanderung einem Licht, obwohl es weiß, dass die Hoffnung auf Wärme und Geborgenheit, die das Licht ausstrahlt, nur Täuschung ist. Diese Täuschung benutzt das lyrische Ich zur Ablenkung von seinem Elend. Der Text hat inhaltlich etwas Ähnlichkeit mit Irrlicht.

Musik: In der Begleitung fallen die durchgängigen Oktaven in der rechten Hand auf, die von der linken Hand akkordisch begleitet werden. Zusammen mit den vielen Tonrepetitionen in der Begleitung entsteht so ein vermeintlich fröhliches Lied, das sehr stark den Täuschungscharakter zum Vorschein bringt.


Verschiedene Interprtationen des Liedes (Playliste)



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Nr. 20 Der Wegweiser - Liedanfang "Was vermeid' ich denn die Wege"

Originaltonart: g-moll - veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext





Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich führt ein Selbstgespräch darüber, dass es auf versteckten Wegen wandert, um keinem anderen Menschen zu begegnen. Es fragt sich, warum es die Einsamkeit sucht, denn es scheint sein „thörichtes Verlangen“ selbst nicht ganz zu verstehen. Es sieht neben den vielen Wegweisern auf den Wegen einen, der es zu seinem Tod führt. Ihm wird also im übertragenen Sinne der Weg in sein Grab gewiesen. (Einen Weiser seh’ ich stehen unverrückt vor meinem Blick; eine Straße muss ich gehen, die noch keiner ging zurück.) Hier spiegelt sich wieder stark die Todessehnsucht des lyrischen Ichs wider.

Musik: Das Lied wird geprägt durch die vielen Tonrepetitionen sowohl in der Begleitung als auch im Gesang. Die durchgängigen Achtel zeigen wieder den Charakter eines Gehlieds. In einem kurzen Dur-Teil wird die Unschuld des lyrischen Ichs betont. Das langsame Tempo und die Tonrepetitionen symbolisieren den Tod, nach dem sich das lyrische Ich sehnt. (Diesen Ausdruck für den Tod verwendet Schubert in ähnlicher Weise in seinem Kunstlied Der Tod und das Mädchen.) In der zweiten Hälfte des Liedes verwendet Schubert ein Sequenzmodell, das bezeichnenderweise „Teufelsmühle“ (vgl. Voglerscher Tonkreis) genannt wird und mit dem immer neue überraschende Tonarten erreicht werden. Schubert drückt damit aus, dass der Wanderer orientierungslos ist und der bzw. die Wegweiser ihm auch nicht helfen. Der Bezug zum ersten Teil des Zyklus wird eng geknüpft; es lässt sich unter anderem durch die Grundtonart g-Moll ein Bezug zum Lied „Rückblick“ erkennen.

Aufbau

Teil A bis Takt 21, Teil B Takt 22–39, Teil A' Takt 41–55, Teil A'' Takt 56 bis Schluss


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Nr. 21 Das Wirtshaus - Liedanfang "Auf einen Totenacker hat mich mein Weg gebracht"

Originaltonart: F-Dur - veröffentlicht 31.12.1828

Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext





Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich wandert über einen Friedhof und sieht in ihm ein Wirtshaus, in das es einkehren möchte. Doch da kein Grab offen ist, fühlt es sich abgewiesen (Sind denn in diesem Hause die Kammern all’ besetzt?). Das lyrische Ich fühlt sich tödlich schwer verletzt, womit sein Seelenzustand gemeint ist. Schließlich wandert es weiter.

Musik: Das Dur stellt zusammen mit dem extrem langsamen Tempo eines Trauermarsches die Verlockung des Todes dar (ähnlich wie bei Der Lindenbaum). Das homophon komponierte Lied erzeugt eine andachtsvolle Stimmung, um die Vorstellung des Friedhofes hervorzurufen. Das oft auftretende Moll steht für den Schmerz, den das lyrische Ich durch die Abweisung erfährt.


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Nr. 22 Mut - Liedanfang "Fliegt der Schnee mir in's Gesicht"

Originaltonart: g-moll - veröffentlicht 31.12.1828

Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext






Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich will die Schmerzen seiner Seele durch Fröhlichkeit unterdrücken und verdrängt sie. Um den Schmerz nicht zu fühlen, muss es stark übertreiben: Will kein Gott auf Erden sein, sind wir selber Götter!  Der Unterdrückungsversuch ist ein Zeichen dafür, dass das lyrische Ich nicht mit seinem seelischen Schmerz fertig wird und letztlich daran zugrunde gehen muss.

Musik: Das Lied beginnt sehr ereignisreich und interessant, da der Rhythmus sehr stark variiert. Der ständige Wechsel zwischen den Tongeschlechtern macht dieses Lied sehr aufregend. Das Forte in diesem Lied zeigt das wahre Fühlen und Empfinden des lyrischen Ichs.


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Nr. 23 Die Nebensonnen - "Drei Sonnen sah icham Himmel steh'n"

Originaltonart: A-Dur - veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext






Informationen zum Lied

Text: Ausgehend von einem optischen Phänomen von Nebensonnen – worauf der Titel des Gedichtes eindeutig verweist – erzählt das lyrische Ich von drei Sonnen, die es am Himmel gesehen hat, die aber nicht seine gewesen seien. Es sagt, dass es selbst auch einmal drei Sonnen hatte, die besten zwei davon jedoch untergegangen sind. Nun wünscht es sich, dass die dritte ebenfalls untergehe. Diese dritte Sonne symbolisiert das Leben des lyrischen Ichs (bzw. die Erkenntnis), die anderen beiden könnte man als Liebe und Hoffnung deuten, da das lyrische Ich beides auf seiner Wanderung verloren hat. Ursprünglich waren mit den „besten zwei“ Sonnen die Augen seiner Liebsten gemeint. Die beobachteten Nebensonnen sind nicht die seinen, da sie andern in’s Angesicht schauen.

Musik: Wieder handelt es sich um einen homophonen Satz. Die Klavierbegleitung ist sehr tief gesetzt und wiederholt in den A-Teilen einen Sarabanden-Rhythmus, so wird den Sonnenerscheinungen Erhabenheit verliehen. Auffällig ist der geringe Ambitus der Singstimme (kleine Sexte), die sich das ganze Lied hindurch hauptsächlich in Sekundschritten bewegt. Durch den sich wiederholenden Rhythmus ergibt sich ein statischer, nicht vorantreibender Charakter, was die Ausweglosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Todessehnsucht des lyrischen Ichs verdeutlicht.

Symbolik: In den „Nebensonnen“ findet sich Symbolik, die auf die Zahl Drei verweist. Sowohl der Dreiviertel-Takt, die drei Kreuze der Grundtonart A-Dur, die Form A–B–A und somit die dreimal erscheinende Melodie verkörpern und durchziehen das gesamte Stück.


Verschiedene Interpretationen des Liedes (Playliste)

 
  Als Fan von Hans Hotter und Thomas Quasthoff liebe ich diese Aufnahme ganz besonders!
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Nr. 24 Der Leiermann - "Drüben hinterm Dorfe steht ein Leiermann"

Originaltonart: a-moll - veröffentlicht 31.12.1828


Midi Klavierbegleitung / Auszug f. tiefe Stimme Autograph Liedtext





Informationen zum Lied

Text: Das lyrische Ich spricht hier die Natur an. Es versucht, sie mit seinen fallenden Tränen zu verändern und durch den schmelzenden Schnee, der in das Dorf zurückfließt, einen vagen Kontakt zu seiner Liebsten aufzunehmen.

Musik: Das fast immer gleichbleibende viertaktige Rhythmusostinato im Klavier erinnert durch die Punktierung und das langsame Tempo an einen Trauermarsch. Durch das Forte, das immer wieder spontan aus dem Pianissimo herausbricht, werden emotionale Ausbrüche des lyrischen Ichs verdeutlicht.


Verschiedene Interpretationen des Liedes (Playliste)



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